Verschiedenes

Overconfidence

von Joachim Goldberg am 18. Juni 2010

Das Deutschland-Spiel gegen Serbien ist noch nicht zu Ende und wir haben bereits eine Lehrstunde aus der Verhaltenswissenschaft erhalten. Dass fast die ganze Nation viel zu hohe Erwartungen nach dem imposanten Spiel gegen Australien in die Mannschaft gesetzt hat, ist dabei die eingängigste Erkenntnis. Denn bei diesem viel zu hohen Referenzpunkt hätte vermutlich selbst eine gute Vorstellung der Nationalmannschaft blass ausgesehen. Aber wir haben von anderer Seite viel Farbe im Spiel zu sehen bekommen. Gemeint sind die gelben Karten des Schiris samt Kloses Feldverweis. Bei letzterem kann man sich sogar fragen, wie solch ein erfahrener Spieler ein so dummes Foul begehen kann. Offensichtlich ist der Stürmer, der gegen Australien sein Comeback-Tor feiern durfte, etwas übermotiviert in dieses Spiel gegangen.

Aber auch einige seiner Kollegen scheinen in die Overconfidence-Falle getappt zu sein, in die normalerweise vorwiegend Autofahrer und Börsianer geraten. Klar gegen Australien wurde super gespielt. Und wenn man glaubt etwas zu können, dann denkt man automatisch, besser zu sein als der Durchschnitt. Jetzt, zu Beginn  der zweiten Halbzeit hat die Nationalmannschaft immerhin einen Vorteil: Sie muss nicht einen Vorsprung halten, sondern muss einen Verlust wettmachen. Psychologisch vielleicht gar keine so schlechte Ausgangssituation

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2 Kommentare
  1. Antworten

    Olaf Faulstich

    30. Juni 2010

    Ein interessanter Beitrag von Mutter.
    Nach dem Motto „…verloren ist das Spiel eh schon…also brauchen wir die Niederlagen auch nicht mehr verwalten…“
    Tatsächlich kam die deutsche Mannschaft besser ins Spiel…doch der verschossene Elfmeter und die desillusionierenden Einwechslungen ließen in der Mannschaft gänzlich den Mut der Verzweiflung verschwinden.
    Wie schnell sie sich aber aus der Psychofalle befreien konnten, zeigten schon die Interviews im Anschluss.
    Heute ist ja wieder mal Mittwoch…Cognitrend-Zeit…
    Vor drei Wochen lag der DAX unter 6000. Die Bullen lagen 42 : 28 gegenüber den Bären vorne.
    Bis letzte Woche gesellten sich 12% Bären hinzu und 4% Bullen verabschiedeten sich…38 : 40…
    Man müsste nun annehmen, dass die neuen Bären nun alle im Plus sind und somit langsam Gewinne einstreichen werden, was den DAX stabilisieren und somit die Tendenz in Kürze Richtung 6100 sein dürfte.
    Doch was, wenn sich die Bären ermutigt fühlen und in die von Mutter erwähnte Overconfidence-Falle treten? Was, wenn es nunmehr 30 : 50 für die Bären steht? Kommt dann bei den Bullen der Mut der Verzweiflung auf? Schon möglich…nur sollten sie sich in diesem Fall einen besseren Elfmeterschützen als Poldi aussuchen (auch wenn dieser in Summe aller seiner Elfmeterschüsse sicherlich ein Quote von > 80% verwandelter Strafstöße hat und höchstens noch Nowitzkis Freiwurfquote in der NBA mithalten kann).

  2. Antworten

    Olaf Faulstich

    1. Juli 2010

    So…das Sentiment hat sich nicht verändert. Die neuen Bären sind nun alle Plus. Hoffentlich vergessen diese nicht, die Gewinne mitzunehmen…denn mir wird zu oft erwähnt, dass der DAX noch mal unter 5600 fallen muss, bevor er wieder steigen darf.
    Über 6.160/90 droht eine massive Squeeze.

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Joachim Goldberg
Frankfurt am Main

Seit rund 40 Jahren beschäftigt sich Joachim Goldberg mit dem Zusammenspiel von Menschen und Märkten. Bis heute faszinieren ihn die vielen Facetten, Nuancen, Geschichten, Analysen und Hintergründe, die sich in der weißgezackten Linie auf der großen Börsenkurstafel niederschlagen. Aber erst mit der Entdeckung der psychologischen Einflüsse auf die Finanzmärkte meint der studierte Bankfachwirt und frühere Devisenhändler dem, was die Welt der Finanzen antreibt und bewegt, nahe gekommen zu sein.

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