Wirtschaft

Zur Erinnerung: Hoher Gewinn = hohes Risiko

von Joachim Goldberg am 16. Juni 2010

Jeder weiß, dass der Ölriese BP für die Folgen der Ölpest im Golf von Mexiko geradestehen muss. Wer aber ist BP, wenn nicht dessen Aktionäre? Trotzdem braucht man jedoch nicht viel Fantasie, um sich vorstellen zu können, wie sich die Rentner und Pensionäre zurzeit fühlen, die sich auf großzügige Dividenden verlassen haben, um ihre Einkünfte aufzubessern. Obwohl man sich doch auch die Frage stellen müsste, ob mit den hohen BP-Gewinnen nicht auch entsprechend hohe Risiken verbunden waren. Denn BP produziert keine Kuscheltiere, sondern bohrt 1.500 Meter unter dem Meeresspiegel nach Öl. Waren es nicht auch die Ölgesellschaften gewesen, die im Jahre 2008, als der Preis für das schwarze Gold 140 USD pro Barrel erreichte, im Zusammenhang mit ihren Rekordgewinnen auf eben diese Risiken hingewiesen hatten? Immerhin hatte in Großbritannien erwogen, die dortigen Ölgesellschaften aufgrund dieser hohen Gewinne mit einer einmaligen Sondersteuer zu belegen. Eine Steuer, die auch von den Rentnern als Nutznießer dieser Erträge seinerzeit vehement abgelehnt wurde. Aber das ist längst vergessen.

Dass einem Gewinn ein entsprechendes Risiko gegenübersteht, weiß eigentlich jeder Anleger und Investor. Doch nicht für jeden scheint dieses Gesetz auf den ersten Blick folgerichtig. Denn BP zahlt eine hohe Dividende, weil es ein „gutes“ Unternehmen ist. Und daraus ergibt sich für viele Menschen intuitiv, dass „gute“ Aktiengesellschaften niedrige Risiken bergen. Bezogen auf das Gesetz von Chance und Risiko handelt es sich jedoch um einen Trugschluss. Daher auch die Überraschung und die Wut der Betroffenen.

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Joachim Goldberg
Frankfurt am Main

Seit rund 40 Jahren beschäftigt sich Joachim Goldberg mit dem Zusammenspiel von Menschen und Märkten. Bis heute faszinieren ihn die vielen Facetten, Nuancen, Geschichten, Analysen und Hintergründe, die sich in der weißgezackten Linie auf der großen Börsenkurstafel niederschlagen. Aber erst mit der Entdeckung der psychologischen Einflüsse auf die Finanzmärkte meint der studierte Bankfachwirt und frühere Devisenhändler dem, was die Welt der Finanzen antreibt und bewegt, nahe gekommen zu sein.

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